DAV Sektion Mittenwald
Was man erleben kann bei einem Kletterurlaub auf Kalymnos..
Nachdem wir von München, über Athen kommend, wohlbehalten auf dem Flughafen von Kalymnos angekommen waren, wurden wir vom Eigentümer unserer gebuchten Ferienwohnung abgeholt. Es war noch früher Nachmittag, die Sonne lachte vom wolkenlosen Himmel, und somit stand für uns fest:
ran an den Fels. Von unserer Unterkunft im Dörfchen Armeos waren es nur 15 Gehminuten bis zum Sektor „Poets“. Hier gibt es viele leichtere Wandklettereien, genau richtig zum einklettern. 
   
Am nächsten Tag fuhren wir mit unserem Motorroller zum Klettergebiet „Arhi“. Nach einer Stunde änderte sich das schöne Wetter schlagartig: dicke, graue Regenwolken zogen auf und der Wind wurde zunehmend stärker. Plötzlich sahen wir, wie unser Roller, den wir am Straßenrand abgestellt hatten, von einer Windbö erfasst wurde und einige Meter weit in einen Graben geschleudert wurde. Dann fing es zu regnen an und ein heftiges Gewitter zog über uns hinweg. An Klettern war nicht mehr zu denken. Bedenken kamen auf, ob wir nicht vielleicht doch die falsche Jahreszeit gewählt hatten, denn es war schon Mitte November. Unsere Bedenken sollten sich als falsch erweisen, denn es gab in den folgenden drei Wochen nur noch einen Regentag, an allen anderen Tagen schien die Sonne. 
Anke Serbin   
Derzeit gibt es über 2000 Routen in allen Schwierigkeitsgraden. Das ist insofern erstaunlich, da die ersten Routen erst vor ca. 11 Jahren eröffnet wurden. Eine Klettergruppe aus Sachsen, die schon mit Akkubohrmaschine, Bohrhaken und sonstigem Zubehör bewaffnet angereist war, erschloss innerhalb weniger Tage einen ganz neuen Sektor. Innerhalb kurzer Zeit hat sich Kalymnos zu einem Treffpunkt für Kletterer aus der ganzen Welt entwickelt. So trafen wir Gleichgesinnte nicht nur aus vielen europäischen Ländern, sondern auch Israelis, Kanadier, Australier und Japaner. Ein beliebter Treffpunkt nach dem Klettern war die Bar von Sakis, der immer ein kühles „Mythos“ für durstige Kehlen bereithielt. 
Trotz vieler Seillängen in traumhaftem Fels kam die Besichtigung der Insel nicht zu kurz.
Es gibt viele Berggipfel, die sich lohnen, zu Fuß erwandert zu werden. Der Rundblick von dort auf die Nachbarinseln Telendos und Kos, sowie auf die türkische Küste ist einfach fantastisch. 
Peter Märkl   
Viele neue Kletterrouten gibt es auch im Sarcartal und in den davon nordwestlich angrenzenden Valli Giudicarie. Wer meint, in der Umgebung vom Ort Arco gibt es nur den Colodri und die Sonnenplatten, wo schon seit Jahrzehnten geklettert wird, liegt grundfalsch. Mein erster Kletterführer aus dem Jahr 1983 umfasste ganze 12 Seiten. Mittlerweile braucht es schon zwei dicke Wälzer, um alle Routenbeschreibungen (Klettergärten und Mehrseillängenrouten) abzudrucken.
Eine davon, die „Archangelo“ am Cuore dell`Anglone bei der Ortschaft Dro, möchten wir hier kurz vorstellen, weil sie unserer Meinung nach zu den schönsten alpinen Kletterrouten im Sarcatal gehört. Es handelt sich hierbei um eine steile und abwechslungsreiche Wandkletterei in hervorragendem Fels mit beeindruckenden Sintersäulen. Die Route ist mit Bohrhaken, Normalhaken und Sanduhrschlingen gut abgesichert. Zusätzlich können ein paar mittlere Friends nicht schaden. Kletterlänge ca. 360 Meter, 11 Seillängen. Schwierigkeitsgrad: VI, VII, V+, VII--, VII--, VII-, VII, V+, VII+, IV. Durch die vielen Quergänge ist auf eine gute Seilführung zu achten (4 bis 5 lange Bandschlingen mitnehmen)!
Zustieg: Parken im Zentrum der Ortschaft Dro. Auf der Straße in westlicher Richtung über eine Brücke die Sarca überqueren. Gleich nach der Brücke nach links auf einen Wanderweg abbiegen und diesen ca. 300 Meter folgen. Dann rechts einen Pfad in Richtung Wandfuß folgen (Steinmänner/insgesamt ca. 30 Minuten).
Abstieg: Vom Ausstieg den Pfadspuren nach rechts folgen; im Wechsel von eben dahin bis leicht bergauf durch den Wald, bis man auf den Wanderweg (Nr. 425) trifft, der nach Dro hinunterführt (insgesamt ca. 70 Minuten). 
Peter Märkl und Anke Serbin